Jede Folge von MATERIUM stützt sich auf mindestens zehn vollständig gelesene Quellen, davon drei Primärquellen (Urteile, Anklageschriften, amtliche Mitteilungen oder Dokumente des Betrugs selbst), und keine heikle Zahl kommt ohne zwei unabhängige Quellen oder eine Primärquelle ins Skript. Was auf dem Bildschirm zu sehen ist, wird immer gekennzeichnet: „ECHTES ARCHIV“, wenn es authentisch ist, „NACHSTELLUNG“, wenn es rekonstruiert wurde. Wenn Sie einen Fehler finden, schreiben Sie uns an info@materium.tv.
Welche Quellen nutzen wir, und in welcher Rangfolge?
Bevor eine Zeile Skript geschrieben wird, muss die Recherche jedes Falls eine Hürde nehmen: unseren Standard für Tiefenrecherche. Er verlangt mindestens:
- Zehn gelesene Quellen, keine Zusammenfassungen. Im Original gelesen und mindestens eine in der Sprache des Landes, in dem der Fall spielt: französische Presse für Lustig, spanische für Baldomera Larra, russische für Mawrodi.
- Drei oder mehr Primärquellen. Ein Urteil oder Gerichtsdokument, eine Mitteilung von Staatsanwaltschaft oder Polizei, ein öffentliches Register, eine Originalaussage oder ein Dokument des Betrugs selbst (ein Prospekt, eine Anleihe, ein Vertrag).
- Eine klare Rangfolge. Zuerst amtliche Dokumente: Gerichte, das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC, in Spanien die Urteilsdatenbank CENDOJ. Dann Zeitungsarchive der Zeit, etwa die Hemeroteca Digital der Spanischen Nationalbibliothek, Gallica in Frankreich, Chronicling America in den USA oder das Deutsche Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek. Danach Standardwerke und seriöse Presse. Enzyklopädien, Wikipedia eingeschlossen, dienen als Stütze, nie als einzige Quelle.
Wie trennen wir Tatsache und Legende?
Jede Angabe der Recherche bekommt ein Etikett, und dieses Etikett entscheidet, wie sie erzählt wird:
- Bewiesen: Ein Urteil oder ein amtliches Dokument belegt es. Es wird als Tatsache erzählt.
- Dokumentiert: Seriöser Journalismus hat es mit Dokumenten veröffentlicht. Es wird erzählt, mit Nennung dessen, der es veröffentlicht hat.
- Behauptung: Eine der Parteien sagt es, der Betrüger, ein Opfer oder ein Anwalt. Es wird zugeschrieben: „nach eigener Aussage“, „laut Anklage“.
- Legende: Es wird ohne Beleg weitererzählt. Es wird als Legende erzählt oder gar nicht.
Diese Methode ermöglicht Folgen wie die über Frank Abagnale: Seine Geschichte vom falschen Piloten und Arzt, die Hollywood berühmt gemacht hat, kollidiert mit den Gefängnisakten, die der Forscher Alan C. Logan veröffentlicht hat. Stimmen die Quellen nicht überein, sagen wir es („die Angaben schwanken zwischen X und Y“). Schätzungen werden als Schätzungen gekennzeichnet.
Was prüfen wir doppelt?
Heikle Angaben: Geldbeträge, Urteile, zugeschriebene Straftaten, Angaben zu Opfern, Minderjährigen oder Gesundheit. Sie brauchen zwei unabhängige Quellen oder eine Primärquelle. Und das nicht nur im Sprechertext: Jeder Text auf dem Bildschirm ist eine Behauptung. Stempel, Einblendungen, Zahlen in Collagen und Schlagzeilen auf Thumbnails durchlaufen dieselbe Prüfung wie die Stimme.
Bei lebenden Personen und laufenden Verfahren sind wir strenger: Wir erzählen nur, was bereits veröffentlicht und dokumentiert ist (Urteile, Gerichtsdokumente, veröffentlichte Recherchen), immer mit Quelle und ohne Wertungen, die kein Gericht ausgesprochen hat. Vor der Veröffentlichung jeder Folge prüfen wir den Stand des Falls erneut (Berufungen, Begnadigungen, neue Verfahren) und notieren das Abrufdatum.
Wenn eine Folge einer Person eine Stimme gibt, markiert das Skript, ob ihre Worte echt sind (von ihr gesagt oder geschrieben, mit Quelle) oder nachgestellt (eine dokumentierte Szene mit rekonstruierten Worten, die dem Sinn treu bleiben). Wir legen niemandem eine Tatsache in den Mund, die nicht in der Recherche steht.
Wie kennzeichnen wir echtes Archiv und Nachstellungen?
Echtes Archivmaterial (Fotos der Hauptperson, Dokumente, Schecks, Tickets, Presse der Zeit) kommt nur unter drei Bedingungen in eine Folge: Es stammt aus der Recherche, es hat eine Funktion (einordnen, eine Tatsache belegen oder die Spannung halten), und es ist an einen bestimmten Satz der Erzählung gebunden. Es trägt den Stempel „ECHTES ARCHIV · MATERIUM“ und einen Nachweis mit Quelle und Lizenz.
Wir verwenden nur gemeinfreies oder frei lizenziertes Material (Wikimedia Commons, Nationalarchive, amtliche Dokumente, von Behörden veröffentlichte Polizeifotos) oder, kurz, bearbeitet und mit Nachweis, als Zitat im Sinne des § 51 Urheberrechtsgesetz und der vergleichbaren Zitatregeln der anderen Länder, in denen die Serie erscheint. Nie verwenden wir Einzelbilder aus anderen Dokumentationen oder Fotos von Agenturen und Pressefotografen. Von Opfern zeigen wir nur, was sie selbst öffentlich gemacht haben; im Zweifel nichts. Personenbezogene Daten Dritter werden unkenntlich gemacht.
Wo es kein Archivmaterial gibt, vor allem bei Fällen aus dem 19. Jahrhundert, stellen wir nach: einen Brief, eine Quittung, einen Zeitungsausschnitt oder ein Porträt der Zeit, mit künstlicher Intelligenz rekonstruiert aus dem, was die Quellen beschreiben. Was man nicht weiß, bleibt unleserlich oder unscharf. Jede Nachstellung trägt den Stempel „NACHSTELLUNG · MATERIUM“ und den Hinweis „Nachgestellt nach“ der Quelle, die sie beschreibt. Nachgestellte Porträts sind nie fotorealistisch: Sie entstehen im Stil eines Kupferstichs, eines Ölgemäldes oder einer Pressezeichnung. Und jedes Video wird auf YouTube mit aktivierter Kennzeichnung für veränderte oder synthetische Inhalte hochgeladen.
Was passiert, wenn wir uns irren?
Wir korrigieren es, und zwar an der Wurzel. Schreiben Sie uns an info@materium.tv mit der Seite oder der Folge, dem Satz oder der Minute und, wenn möglich, der Quelle, die widerspricht. Wir prüfen jeden Hinweis anhand der Quellen des Falls.
Im Team folgt jeder Fehler einem Protokoll in fünf Schritten: Er wird erfasst, sobald er entdeckt wird; wir suchen seine Ursache (warum der Prozess den Fehler zugelassen hat, nicht nur, wo er auftauchte); er wird im gemeinsamen Prozess behoben, nicht nur in der betroffenen Folge; er bekommt eine Kontrolle, die eine Wiederholung verhindert; und die früheren Folgen werden mit dieser Kontrolle überprüft. Ein Fehler ohne Kontrolle gilt als offen, auch wenn die Folge schon korrigiert ist. Ändert eine Korrektur auf dieser Website eine Angabe, wird die Seite aktualisiert und ihr Änderungsdatum angepasst.
Was wir nicht tun
- Wir verlangen kein Geld. Niemals. Weder per E-Mail noch in sozialen Netzwerken noch per WhatsApp. Wer das im Namen von MATERIUM tut, betrügt Sie.
- Wir holen kein Geld zurück. Angebote, Verlorenes gegen eine Gebühr zurückzuholen, sind selbst eine bekannte Betrugsmasche.
- Wir beraten nicht in Finanz-, Rechts- oder Steuerfragen und empfehlen weder Geldanlagen noch Produkte.
- Wir sammeln keine Daten von Opfern oder Einzelfällen.
Wenn Sie glauben, dass man Sie gerade betrügt, nutzen Sie unseren Betrugs-Check und wenden Sie sich an Ihre Bank, die Polizei und die Finanzaufsicht Ihres Landes: in Deutschland die BaFin, in Österreich die FMA, in der Schweiz die FINMA. Um zu verstehen, warum die Fälle funktionierten, die wir untersuchen, beginnen Sie mit den Gesetzen der Täuschung oder mit den dokumentierten Fällen, und wenn Sie wissen möchten, wer die Serie macht, lesen Sie Was ist MATERIUM?.
Häufige Fragen
Welche Quellen nutzt MATERIUM?
Mindestens zehn vollständig gelesene Quellen pro Fall, davon drei oder mehr Primärquellen: Urteile, Anklageschriften, amtliche Mitteilungen von Staatsanwaltschaft oder Polizei, öffentliche Register oder Dokumente des Betrugs selbst. Danach kommen Zeitungsarchive, Standardwerke und seriöse Presse.
Woran erkenne ich, ob ein Bild bei MATERIUM echt oder nachgestellt ist?
Am Stempel. Echtes Archivmaterial trägt „ECHTES ARCHIV · MATERIUM“ und die Angabe seiner Quelle; Rekonstruiertes trägt „NACHSTELLUNG · MATERIUM“ und die Quelle, auf der es beruht. Die gesichtslosen Figuren sind die Bildwelt der Serie, keine Porträts realer Personen.
Ich habe einen Fehler in einer Folge gefunden. Was tue ich?
Schreiben Sie uns an info@materium.tv mit der Folge oder der Seite, der Minute oder dem Satz und, wenn möglich, der Quelle, die widerspricht. Wir prüfen jeden Hinweis und korrigieren die Seite, wenn ein Fehler vorliegt, und weisen darauf hin.
Kann MATERIUM mir helfen, mein Geld zurückzubekommen?
Nein. Wir holen kein Geld zurück, beraten weder finanziell noch rechtlich und verlangen nie Zahlungen. Wenn Sie betrogen wurden, wenden Sie sich an Ihre Bank, die Polizei und die Finanzaufsicht Ihres Landes. Misstrauen Sie jedem, der Ihnen anbietet, Ihr Geld gegen eine Gebühr zurückzuholen.
Quellen
- US-Justizministerium, Pressemitteilungen
- SEC, Litigation Releases
- Biblioteca Nacional de España, Hemeroteca Digital
- Bibliothèque nationale de France, Gallica
- Library of Congress, Chronicling America
- Deutsche Digitale Bibliothek, Deutsches Zeitungsportal
- Wikimedia Commons
- Urheberrechtsgesetz, § 51 Zitate
- YouTube, Offenlegung veränderter oder synthetischer Inhalte
- BaFin, Finanzbetrug erkennen